Dankbar... Taekwondo
Teakwondo
Allgemeines Geschichte Philosophie Wettkampf Formen Sonstiges

Worna Zohari & Volker KahlTheorie und Praxis des Bruchtest
!!! Mit Videos zum Downloaden !!!

Der Bruchtest ist einer der bekanntesten Bereiche der traditionellen Kampfkünste. Immer wieder, wenn Kampfkünste bei Vorführungen vorgestellt werden, darf der Bruchtest nicht fehlen. Immer dickere Materialien, immer höhere Schwierigkeitsgrade... . Das erweckt bei Nichtfachkundigen den Eindruck, der Bruchtest sei Hauptbestandteil der Kampfkünste und es würde den ganzen Tag nichts anderes getan, als Körperteile abzuhärten und auf Bretter zu schlagen.

Der „Kyokpa“ (Bez. im Taekwondo) ist nur ein kleiner Teil des Ganzen und gehört nicht zu den normalen Trainingsinhalten, obwohl er bei Prüfungen gezeigt und bei Vorführung spektakulär präsentiert wird. Er dient vielmehr dem Übenden als Indikator für die Stufe seiner geistigen und körperlichen Entwicklung.
Wenn der Kampfkünstler noch nicht so weit ist, einen Bruchtest auszuführen, muss er mit Gewalt und Verletzungen das ausgleichen, was ihm andere an Technik und sonstigem Können voraus haben.

Es geht um das perfekte Zusammenspiel der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, denn im Bruchteil einer Sekunde muss das gesamte Denken und Handeln in einem einzigen Punkt des Körpers konzentriert werden.

Um das scheinbar unüberwindbare Material zu brechen ist eine harmonische Aktivierung der vollen geistigen und körperlichen Kapazität notwendig, basierend auf langjährigem Training der Kampfkunst mit ihren Techniken und der rechten Haltung im geistigen Sinn („Do“).

Die Voraussetzungen

Körperlich:  
Kraft Die Fähigeit, eine Masse zu bewegen, einen Widerstand zu überwinden oder ihm durch Muskeleinsatz entegenzuwirken
Schnelligkeit Die Fähigkeit, Bewegungen mit hoher Geschwindigkeit auszuführen
Koordination Die Fähigkeit, schwierige Bewegunsabläufe zu verstehen und umzusetzen, sowie schnell, den Anforderungen der Situation entsprechend zu verändern
Beweglichkeit Die Fähigkeit, Bewegungen mit großer Schwingungsbreite der Gelenke auszuführen
Geistig: Konzentrationsfähigkeit, Mut, Wille, Selbstdisziplin, Selbstvertrauen, Zielstrebigkeit, Imaginationsfähigkeit

Die Bruchtestarten

Es gibt grundsätzlich drei unterschiedliche Arten des Bruchtest, die man in den „Standardbruchtest“, den „Massebruchtest“ und den „Geschwindigkeitsbruchtest“ unterscheidet.

StandardbruchtestStandardbruchtest:
Beim „Standardbruchtest“ wird die Technik auf ein Brett mit einer dem Gürtelgrad entsprechenden Dicke (siehe Bruchtestmaterial) ausgeführt, wo bei dieses an mindestens zwei Seiten von einem oder mehreren Personen festgehalten wird. Dieser Bruchtest wird bereits von Schülern (ab 6. Kup/Grün-Gürtel) bei Prüfungen abgefragt und erfordert ein ausgewogenes Verhältnis der o.g. Voraussetzungen.

Massebruchtest:
MassebruchtestBeim „Massebruchtest“ ist ein enormer Kraftaufwand erforderlich, der hauptsächlich durch die Körpermasse zustande kommt. Hier werden mehrere Bretter, Steine, etc aufeinander gelegt oder besonders dickes Material gewählt, das unbedingt sicher und stabil aufgelegt oder gehalten werden muss, damit es nicht nachgeben kann und bei ausreichender Krafteinwirkung bricht.
Da bei diesen Bruchtests viel Masse bewegt wird, kann in der Endphase vergleichsweise keine sehr hohe Geschwindigkeit erreicht werden. Die Einbeziehung des ganzen Körpers in der Technik ist daher besonders wichtig.
Bruchtests auf geschichtete Materialien werden übrigens deutlich erleichtert, wenn zwischen jeder Schicht Abstandhalter eingelegt werden. Auf diese Weise überträgt z. B. ein gebrochenes Brett den Impuls auf das nächste usw., was einer Art Kettenreaktion gleichkommt. Ein enormer Schwierigkeitsgrad ist aber dennoch möglich, durch hohe Stückzahl oder härteres Material. Massebruchtests erfordern langjährige Erfahrung und hohes Maß an Können. In Prüfungen werden sie in der Regel nur bei höheren Meistergraden verlangt, und dann ohne Abstandhalter.

Geschwindigkeitsbruchtest:Geschwindigkeitsbruchtest
Beim „Geschwindigkeitsbruchtest“ wird das Material mit nur einer Hand an der Unterseite gehalten, einfach aufgestellt, an einem Faden aufgehängt oder frei in die Luft geworfen (höchste Schwierigkeitsstufe). Da es wie jeder Körper bestrebt ist, den Zustand beizubehalten, in dem es sich gerade befindet (Trägheit), kann es brechen, wenn die Belastung durch den Impuls so plötzlich auftritt, dass es sich nicht schnell genug zurück bewegen kann. Bei einer langsamen Technik würde das Material ungebrochen zurückweichen. Es ist daher wichtig, durch den Einsatz von verhältnismäßig wenig Körpermasse, die Körperwaffe stark zu beschleunigen und eine extrem hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Auch dieser Bruchtest erfordert langjährige Erfahrung und hohes Maß an Können. In Prüfungen werden Geschwindigkeitsbruchtests nur bei Meistergraden ab 2. DAN verlangt.

Bruchtestmaterial:

Als Bruchtestmaterial werden in der Regel Holzbretter verwendet. Die Fichtebohlen haben bei ca. 30 x 30 cm eine Dicke von 1,5 cm (Kinder), 3 cm (Erwachsene) und 4 cm (Meister).
Soweit für Gürtel- bzw. Dan-Prüfungen. Für Vorführungen und Demonstrationen werden aber auch folgende Materialien verwendet:
Backsteine, Bachkieselsteine, Eisblöcke, Kokosnüsse, Melonen (Fingerspieß), Dachpfannen, etc. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Lebensmittel sollten meiner Meinung jedoch nach nur verwendet werden, wenn Sie später noch verzehrt werden können.

! Aktuelle Bruchtest-Videos !

Für die Bruchtestfotos und -videos verwendete Worna Zohari Holzbretter der folgenden Maße: Fichte-Bohlen, 25x25cm und 3,9 cm dick - Standard-Prüfungsbretter für Erwachsene im Ilyodo e.V. (DTU-Standard liegt bei 3 cm) - , sowie normale Kokosnüsse aus dem Lebensmittelmarkt.

Auf den Bildern und Videos ist neben Zohari sein langjähriger Trainingspartner und Freund, Großmeister Volker Kahl zu sehen. Kahl trainiert seit 29 Jahren Taekwondo und trägt den 7. DAN WTF. Er ist ein direkter Schüler von Großmeister Willi Kloss (8. DAN) in Herne.

Im Bereich MULTIMEDIA befinden sich alle Video-Dateien zur Ansicht bzw. zum Download.

Faust - geworfen

Faust - frei gehalten

Innenhandkante frei gehalten

Yoksudo


Bruchtestvideos und weitere Bilder siehe Multimedia
Copyright © by Worna Zohari 1998-2005